Wie so oft im Leben sind spontan gefällte Entscheide - Bauchentscheide, wohl wegen den Schmerzen die sie einem in derselben Gegend bereiten können - trotz oder eben gerade wegen dem mangelhaftem Abwägen der Vor- und Nachteile meist die besten Entscheide. Unter diesem Kapitel ist auch meine Zusage gegenüber unserem Teamkapitän Dirk einzuordnen. Zusammen mit Sandra, Dirk, Reto Schiess, Tom Läubli und mir bildeten wir das Tri Club Baden Team am diesjährigen 12-Stunden-Schwimmen im Hallenbad City Zürich.
Spätestens beim ersten geheimen, von unseren beiden Schwimmtrainerinnen Sandra und Patrizia ausserordentlich einberufenen Training im öffentlichen Hallenbad Baden war der Tarif bekannt und erste Bauchschmerzen machten sich bemerkbar. Gestählt durch diese Sonderschichten traten wir am letzten So den 24. Feb. um 08.00 Uhr im Hallenbad City Zürich an. Mulmig war uns schon zumute, denn noch am Samstag musste sich Sandra krankheitshalber abmelden. Alls feststand, dass wir zu viert die 24 * 30minuten dauernden Ablösungen zu schwimmen haben hielt sich die Begeisterung dann auch bei den meisten in Grenzen.
Dirk machte seiner Funktion als Teamkapitän alle Ehre und legte mit 2km/30min die Pace vor. Um es gleich vorweg zu nehmen, er liess sich während des ganzen Tages weder von dieser Vorgabe abbringen und legte weitere fünf dieser Einheiten aufs Wasser, noch liessen wir uns die Führung wieder abnehmen. Ein klassischer Start-Ziel Sieg. Auf Dirk folgten Tom und Reto S. mit nicht minder guten Schwimmleistungen. Mir selbst fehlte nach euphorischem Start ganz schnell die Energie und noch viel mehr die Lust mich mit meinem leicht angeschlagenen Immunsystem anzulegen. Liebend gern wäre ich klamm heimlich ins Lazaret disloziert.
Mit der festen Absicht den Rest des Tages im Bett zu verbringen hiefte ich mich aus dem Pool. Allein, ich hatte nicht mit dem Widerstand unseres leaders Dirk gerechnet. Abhauen lag nich drin, so sehr ich das ganze in diesem Moment auch verfluchte! Nach einer Stärkung mit lauter gesunden Sachen und viel CocaCola jagte er mich 1 ½ h später zurück ins Wasser, nicht ohne der Anweisung ja gemütlich zu beginnen und es zu geniessen. Und siehe da, ich begann sehr zurückhaltend und es ging tatsächlich langsam aber stetig aufwärts. Auch konnten wir Patrizia noch dafür gewinnen am späteren Nachmittag, trotz frühlingshaftem Wetter, hereinzuschauen und uns mit zwei Ablösunge zu entlasten.
Nach rund vier Stunden beruhigten sich die Gemüter langsam, die anfängliche Hektik machte beim Gros der Teilnehmer einer kameradschaftlichen und weniger Wettkampf orientierten Stimmung platz. Man diskutierte hier und da, bestaunte nicht enden wollende Gleitphasen von Schwimmprofis, quittierte kopfschüttelnd Kraftakte der Triathleten, wunderte sich über die Dehnfähigkeit der Speedoanzüge, setzte sich mit den Köstlichkeiten des Buffets auseinander und genoss den viel gelobten team spirit – zu recht. Fast ungläubig und auch etwas mitleidig wurden die Einzelschwimmer beäugt. ZWÖLF Stunden lang Bahn an Bahn zu reihen braucht schon ne spezielle Motivation – runde 700 waren es am Ende beim Sieger!!!
Zuletzt noch ein herzliches Dankeschön an die Organisatoren und die vielen Helfer die einen sensationellen Job machten. Der event ist top organisiert und lässt keine Wünsche offen. Rundum empfehlenswert.
|